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"Ru-cken...............RU-CKEN !!!!!"

 

 

...schrie der vermeintliche Hundeflüsterer kopfschüttelnd über das Trainingsgelände.

 

Und die Frau ruckte.......was das Ding hergab! Es dauerte dann auch nicht lange bis der Schäferhund vor Schmerzen quietschte und nach der Hand seiner Besitzerin schnappte um den Schmerzen auszuweichen..

 

 

Dies war der traurige Höhepunkt einer TV-Reportage, die vor kurzem ausgestrahlt wurde und wo gezeigt wurde, wie ein Schäferhund eine Einzelstunde bekam um sein "Gehorsam zu festigen"...Stachler um den Hals und los ging's!

Der Hund ist ja total verunsichert, das sehe ich sofort... sagte der Trainer und ZACK (!) hob er den Hund voll ins Stachelhalsband...

 

Diese Reportage, so umstritten sie auch war, ist das allerbeste Argument gegen diese Erziehungsmethoden, die auf Zwang, Schmerz und Strafe beruhen. Obwohl beim Sender ganz viele Leserbriefe eingingen, muss man eigentlich glücklich sein, da es kein besseres Argument gegen das Stachelhalsband gibt!  Und gleichzeitig legt sie den Finger auf die Wunde und zeigt, dass es allerhöchste Zeit wird, den Beruf "Hundetrainer" zu schützen.

 

Auf meine Anfrage, wie viele Hunde durch solche Methoden schon eingeschläfert wurden mussten, bekam ich allerdings keine Antwort...

 

Versteht mich bitte nicht falsch, ich möcht nicht sagen, dass es leicht ist mit "Problemhunden" umzugehen.  Aber ich sehe, dass dies der

falsche Weg ist!

 

Es geht hier also um das Stachelhalsband (Koralle, Stachler).

Der "Stachler", wer kennt ihn nicht? Spontan fallen einem die Bilder aus dem Schutzdienst an...Schäferhunde mit diesem veralteten Utensil um den Hals..

 

Würde es ihnen etwa einfallen, ihr schreiendes Baby unter Wasser zu tauchen bis es ruhig ist?  Ich glaube nicht.

Warum wenden sie dann dieses Prinzip bei ihrem Hund an?

 

 

Tja wo soll ich also am Besten anfangen? Mit Gesetzen?

Warum eigentlich nicht?! Dann hätten wir es hinter uns. Aber irgendwas sagt mir, dass dann der Zeitpunkt wäre, wo mein Publikum mich verlassen würde. Gesetze heb ich mir also für später auf.

 

Nein, ich würde gern sofort da anfangen, wo es weh tut. Und zwar mit dem Hauptargument der Befürworter, dass dieses Halsband doch gar nicht so schlimm sei, da es dem Hund doch gar nicht richtig weh tue. Diesen Leuten empfehle ich sich die Rubrik "Leinenaggression" oder einfach obengenannte Sendung anzuschauen (wobei es eigentlich logisch sein müsste, dass Aggression Gegenaggression auslöst..).

 

Die Diskussion um dieses Thema zeigt, dass es schlichtweg eine Sauerei ist, dass so viele Leute sich problemlos einen Hund anschaffen können - schnell noch vor Weinachten ein Welpe ins Haus geholt - ohne über jegliche grundlegende Kenntnisse im Umgang mit Hunden zu verfügen. Es wird also allerhöchste Zeit, dass der Hundeführeschein Pflicht wird, wo Leute sich - vor der Anschaffung eines Tieres - ernsthaft mit dem Thema Hund auseinandersetzen müssen (Beschwichtigungssignale, Wesen des Hundes, Risiko-/Gefahrenvermeidung etc..)

 

Hundeerziehung hat sich, genau so wie z.B. die Computerindustrie, in den letzten 20-30 Jahren so viel verändert, dass es grob fahrlässig wäre an den alten antiken "Ich-muss-den-Hund-brechen"-Theorien festzuhalten:

 

 

"Wie es mir gesagt wurde, hakte ich die Leine in das Ketten-Würgehalsband um seinen Hals und rannte mit voller Geschwindigkeit in die entgegengesetzte Richtung, wenn er nicht auf mich achtete. Als ich am Ende dese Platzes ankam und Max immer noch herumschnüffelte, erntete er einen Leinendruck, der einen kleineren Hund von den Pfoten geworfen hätte. Das machte ihn schnell aufmerksam, und beim dritten Ruck hatte er gelernt, aufzuholen und an meiner Seite zu bleiben. Der Trainer sagte mir dann, ich sollte so weiterüben, auch wenn er gerade nicht hinsehen würde. Boxer haben mitunter den Ruf, langsam zu lernen - nicht so Max. Beim sechsten Leinenruck hatte er gelernt, defensiv zu knurren und nach mir zu schnappen. Damit begann ein sieben Jahre dauernder Kampf"

 

mit freundlicher Genehmigung des Kynos Verlags entnommen aus:

"Wie der Mensch, so sein Hund" (Dr.Sophia Yin) - Kynos Verlag 2006 (Seite 90)

 

 

"Finger weg von der Koralle

 

Sie werden es nicht glauben ich habe schon erlebt, dass sogar bei Junghunden im Alter von 5 oder 6 Monaten bereits mit Korallenhalsung gearbeitet wurde. Hier besteht die große Gefahr einer Schädigung der Halswirbelsäule, und der Hund lernt meiner Meinung nach nicht das, was ihm vermeintlich vermittelt werden soll: das stressfreie "Neben-dem-Menschen-Laufen". Stattdessen verknüpt der Hund die Leine negativ und wird nur aus Unsicherheit, Angst oder um den erwarteten Schmerz zu vermeiden, nicht mehr an der Leine ziehen. Der Lernerfolg besteht also nicht aus dem, was eigentlich vermittelt werden sollte: das freiwillige Folgschaftleisten. Darüber hinaus zeigt sich nicht selten bei solcher Art geführter Hunde als Nebeneffekt auffällig aggressives Verhalten im angeleinten Zustand."

 

mit freundlicher Genehmigung des Kosmos Verlags entnommen aus:

„Grunderziehung für Welpen“ (Anton Fichtlmeier) – Kosmos Verlag 2005 (Seite 146)

 

 

 

Falls es dennoch einige "Unverbesserliche" geben sollte: bitte seid euch bewusst, dass ihr euer Unvermögen öffentlich zur Schau stellt, was eurem Hund allerdings keinesfalls weiterhilft..

 

Mir hat mal jemand geschrieben, sein Hund hätte die Koralle sofort "akzeptiert"...

Ja super, gefragt hat er den Hund sicher nicht..

Mir wäre das Risiko auf jeden Fall viel zu hoch, mein Kind mit einem Hund loszuschicken, wenn er am Stachelhalsband hängt.

 

Denn eins ist sicher:

wird es später zu Beißvorfällen kommen, wird niemals der Schuldige eingeschläfert werden...